Test in Habenhausen (mB)

Test in Habenhausen (mB)

Beim stark besetzten Turnier vom ATSV Habenhausen belegen die Jungs vom NHC mit zwei Siegen und zwei Niederlagen einen ordentlichen 3. Platz.
Bereits am Freitag um 14.20 Uhr, 18.08.23, traf sich der NHC-Tross an der heimischen Schuhwallhalle, um kurze Zeit später in zwei Bussen mit 11 Spielern und drei BetreuerInnen Richtung Delmenhorst/Bremen zu starten. An Proviant und Gepäck mangelte es den Jungs nicht, belud man die beiden Transporter doch bis an die Unterkante. Mit etwas Stau und viel Hitze ging es langsam, aber sicher die A7 hoch Richtung Norden. Ursprünglich war am Abend ein Testspiel gegen den TS Hoykenkamp geplant, diese mussten aber leider kurzfristig absagen und so stand eine Trainingseinheit inkl. Krafttraining auf dem Programm. Im Anschluss lud Trainer Arne Schlausch bzw. die Eltern vom Trainer die Mannschaft zum Grillabend ein, bevor es zum Check-In ins Hotel Thomsen in Delmenhorst ging.
Nach entspanntem Hotelfrühstück am Samstagmorgen wurden beide Busse erneut gesattelt und es ging zur Turnierstätte nach Habenhausen. Die Hinni-Schwenker-Halle ist bekannt für hitzige Partien, dieses Mal zeichnete sie sich vor allem für hitzige Temperaturen aus. Nichtsdestotrotz merkte man den Northeimer Jungs an, dass sie an diesem Tag Großes vorhatten. Gegen den vermeintlichen Turnierfavoriten aus Emsdetten (Oberliga Westfalen) legte der NHC los wie die Feuerwehr und spielte sich insbesondere in der ersten Halbzeit in einen Rausch. Gerade Julian und Ilja konnten immer wieder durch Einzelaktionen mit spektakulären Abschlüssen für Furore sorgen, fanden aber auch immer wieder die Nebenleute, besonders Nils am Kreis. Auch wenn die Luft knapp wurde, konnten wir am Ende auch aufgrund einer sehr guten Torhüterleistung von Fabi und Paul das Spiel mit 23:21 für uns entscheiden. Im zweiten Spiel gegen den Verbandsligisten der HSG Heidmark wurde schnell klar, dass dieses Match nur über den Kampf zu gewinnen war. Die Leichtigkeit aus Spiel 1 war weg und schnell liefen wir einem Rückstand hinterher. Doch die Jungs vom NHC zeigten neben der Spielfähigkeit eine weitere Tugend, auf die sie zurückgreifen können: Kampfgeist und Wille. Und so bog man am Ende das Spiel zu einem 24:23-Sieg. Aufgrund des vorbildlichen Verhaltens der Jungs auf und neben dem Platz entschied das Trainer-/Betreuerteam mit Michael Meyer, Ronny Alsleben (der am Samstag mit Julian nachgekommen war) und Arne Schlausch (das auf der Bank auch von Jana Wegner unterstützt wurde), dem Team nach dem gemeinsamen Essen an der Schlachte in Bremen noch zwei Stunden „Auslauf“ zu geben.
Am zweiten Tag waren die bisherigen Strapazen den Jungs sichtbar anzumerken. Lange und müde Gesichter trotteten Sonntagfrüh aus der Hotellobby, um mit etwa 30 Minuten Verspätung im Turnierplan das Spiel gegen den Gastgeber ATSV Habenhausen anzutreten. Und die Northeimer zeigten nichts von dem, was sie am ersten Turniertag auszeichnete. Kein Zugriff in der Abwehr, kein Durchschlag und keine Spielfreude im Angriff, was folgerichtig eine hohe Niederlage zur Quittung hatte. Beim letzten Spiel gegen den späteren Turniersieger vom SV Stöckheim blitzten diese Qualitäten in Halbzeit 1 nochmal auf und so gingen die Jungs vom NHC sogar mit einem Tor in Führung in die Halbzeitpause, konnten aber diese Leistung nicht halten und verloren am Ende deutlich und verdient.
Am Ende verbuchten die Northeimer einen ordentlichen 3. Platz und ließen als Verbandsligist sogar einen Oberligisten in der Gesamtabrechnung hinter sich. Die Jungs zeigten im Angriff streckenweise beeindruckenden Handball mit spektakulären Abschlüssen und schönen Kombinationen (insbesondere über den Kreis), ließen aber insbesondere die 1. Welle im Tempospiel und die Einbindung der (Links-)Außen im Positionsspiel vermissen. In der Abwehr wurde das ballseitige Verschieben mit entsprechender Sicherung des Nebenmanns (zumindest an Tag 1) immer wieder forciert und die Mannschaft konnte sich nahezu immer auf das Torhüterduo verlassen – während es an Tag 2 an Körpersprache und Härte im Zweikampfverhalten fehlte, was die Mannschaft in der nachfolgenden Manöverkritik selbstkritisch anmerkte.
Ein Dank geht an den Fruchthof Northeim für das gesponserte Obst, an das Hotel Thomsen für die Unterbringung und Gastfreundlichkeit sowie an die Trainer-Eltern und Flo(rian) für die überragende Unterstützung neben dem Platz (uh-uh-uh)!
NHC-Talent der ersten Stunde schafft den Sprung zum Profi-Verein

NHC-Talent der ersten Stunde schafft den Sprung zum Profi-Verein

Mit Sebastian Bialas hat ein Nachwuchstalent des Northeimer HC den Sprung zum SC Magdeburg geschafft. Nach einem Probetraining zeigten sich die SCM Verantwortlichen sehr zufrieden mit den Leistungen des Northeimers und boten ihm einen Wechsel nach Magdeburg an. Er soll in Magdeburg für die Bundesliga A-Jugend und die SCM Youngsters in der 3. Liga antreten.

“Diesen Wechsel sehen wir mit lachenden Augen – aber verdrücken uns auch ein kleines Tränchen”, verrät Jugendkoordinator Ollo Wode. “Denn mit Basti verlässt uns ein Talent der ersten Stunde.” In der Tat ist Bialas ein waschechtes Eigengewächs des Northeimer HC und ganz eng verknüpft mit dem Aufschwung der Jugendarbeit des NHC der letzten 10 Jahre. Er startete als “Tiger” bei den Minis, durchlief alle Jahrgangsstufen beim NHC und wurde bereits als D-Jugendlicher in der C-Jugendoberliga eingesetzt: “Und zwar auf der ungewohnten Rechtsaußenposition”, so sein damaliger Coach, “weil er in der Abwehr ein echter Beißer war!” Lohn war die vorzeitige Einladung zur HVN-Auswahlsichtung.

In den Folgejahren zeigte sich, dass Basti das Zeug zum Spielmacher hat. Auf der Rückraum-Mitte geht mittlerweile kein Weg mehr an ihm vorbei. Basti besticht neben Disziplin und Siegeswillen durch unbändigen Trainingseifer. So prägte er das “Sport-Outpull-Programm” (Training am Vormittag) am Corvinianum mit und war mit seiner Nominierung zum HVNB-Auswahlspieler das letzte entscheidende Puzzleteil, was es dem Gymnasium Corvinianum Northeim ermöglichte, als “Partnerschule des Leistungssports in Niedersachsen” zertifiziert zu werden. Basti lebt den Handballsport und ist für unsere jungen SpielerInnen ein Vorbild auf und abseits des Feldes, der auch gern sein Wissen weitergibt, sei es als Schulsportassistent, wenn sich das Corvinianum an den städtischen Grundschulen präsentiert oder als Trainer von Kinder- und Jugendmannschaften.

Der NHC verliert eine klare Identifikationsfigur, freut sich aber dennoch, ein weiteres Talent in den Spitzensport gebracht zu haben und wünscht Basti alles erdenklich Gute! Jetzt ist Magdeburg erst recht eine Reise wert.


Fotos: Spieker Fotografie.

Gelungener Auftakt (mA, 2. Herren)

Gelungener Auftakt (mA, 2. Herren)

Am Samstagnachmittag testete sich die mA und ein Teil der zweiten Herren erstmals wieder nach der Sommerpause gegen die 1. Herren der HSG Rhumetal, welche im letzten Jahr den Aufstieg in die Verbandsliga klarmachen konnten. Nachdem die Jungs um Frank Mai, der zu dieser Saison beide Mannschaften übernimmt, erst zwei Tage zuvor in den Trainingsbetrieb gestartet sind und der Abgang von Sebastian Bialas noch unkompensiert war, war der 29:24-Auswärtserfolg durchaus hoch anzurechnen.

Die Partie in Katlenburg startete ziemlich ausgeglichen mit Torerfolgen. Erst einige Minuten nach Anpfiff konnte sich der NHC leicht absetzen (4:7, 13.) Diesen Vorsprung bauten die Northeimer Jungs auch bis auf 5 Tore kurz vor der Halbzeit aus, bis es mit Pausenpfiff 14:17 stand. Die zweite Halbzeit startete durchwachsen in der Offensive, aber dementsprechend grandios hinten. Mick Crazius vernagelte das Tor und so konnte die Mannschaft um Mai/Wilken erneut einen größeren Vorsprung erarbeiten. Am Ende stand ein 24:29 auf der Anzeigetafel, welches zeigt, dass die Mannschaft mA/2. Herren, die dieses Jahr noch besser zusammenwachsen sollen als letztes Jahr, eine hohe Zielsetzung in der Landesliga anstreben können.

Für den NHC spielten:
Crazius, Dörflinger – Baumbach, Bayer, B. Bialas, Burandt, Hannemann, Loch, Ottleben, Ramazani, Straße, Tydecks, Vogel

Spannende Trainingswoche für die Spieler und Spielerinnen des NHC

Spannende Trainingswoche für die Spieler und Spielerinnen des NHC

Die Mannschaften der ersten Herren und Damen sowie der männlichen A-Jugend absolvierten ein zweitägiges Bootcamp zur Verletzungsprävention, organisiert vom Präventionszentrum OWL in Person von Niels Pfannenschmidt.

Im Fokus standen Tests zur Schnellkraft, Koordination und Kraft sowie Messungen der Agilität, um ein genaues Bild über mögliche Verletzungsrisiken zu erhalten, die aus einer Einschränkung des Bewegungsapparats resultieren könnten. Die individuellen Leistungstests wurden komplementiert von mehreren Teambuilding-Spielen, in denen die Akteure in gemischten Gruppen gegeneinander antraten. Hier stand der Spaß im Fokus, und die Spielerinnen und Spieler zeigten sich engagiert und motiviert. Die Ergebnisse der individuellen Leistungstests sollen den Trainerteams und den SpielerInnen selbst einige Anregungen an die Hand geben, an ihren ausgearbeiteten Schwächen zu arbeiten und ihre Warmup-Routine sowie ihr individuelles Training entsprechend zu ergänzen. Die SpielerInnen hatten viel Spaß während der zwei Tage und können sicherlich das neu gewonnene Wissen nutzen, um ihre persönliche Trainings- und Punktspielroutine zu optimieren. Definitiv ein geglücktes Event, deshalb vielen Dank an Niels Pfannenschmidt für die gelungene Organisation!

Am Mittwoch Nachmittag ging es dann für die erste Herrenmannschaft in das Northeimer Bergbad. Hier mussten sie sich in einer ungewohnten Disziplin beweisen: Dem Schwimmen. 1.500 Meter standen auf dem Programm, bei denen sowohl die Verbesserung der Ausdauer als auch die Aktivierung von Muskeln im Fokus lagen, die normalerweise nicht beansprucht werden.

Fotos: NHC

Sonne, Erfahrung, Turniersieg und ganz viel Spaß! (mE)

Sonne, Erfahrung, Turniersieg und ganz viel Spaß! (mE)

Bei wahrlich sommerlichen Temperaturen von fast 30 Grad Celsius fand am Wochenende des 17./18.06.2023 das Rasenturnier
der HSG Plesse-Hardenberg in Rauschenwasser bei Bovenden statt. Der NHC nahm mit mehreren Mannschaften an beiden Tagen fleißig teil. Die männliche E-Jugend war am Sonntag dann am Zuge und so begann man mit vollem Kader, guter Laune und viel Spannung das Turnier.

Da wirklich nahezu alle Spieler mit an Bord waren haben wir zwei Mannschaften gemeldet, um wirklich allen Spielern auch Spielzeit zu geben. Für einige Spieler des Jahrganges 2014 und jünger war es teilweise das erste Mal mit Wettkampfsbedingungen konfrontiert zu sein. Der überwiegend jüngere Jahrgang ging als NHC II ins Rennen und hatte es in der Gruppenphase gleich mit richtigen “Brocken” zu tun. Mit HSGPH I, Geismar I und dem MTV Rosdorf waren gleich drei Mannschaften dabei, die durchaus als Turnierfavorit ins Rennen gingen. Daher waren die Ergebnisse für unser Team in diesen Spielen nicht relevant. Im Vordergrund stand der Spaß, der erstmalige Wettbewerb und das Zusammenspiel untereinander. Dies gelang schon beachtlich gut, so dass sich auch die vermeintlichen Favoriten ganz schön strecken mussten! Die Gruppenphase beendete man dennoch mit dem letzten Platz und ging in die Platzierungsspiele der Endrunde und holte hier dann auch endlich den ersten und völlig verdienten Sieg und wurde nicht Letzter! Eine tolle Erfahrung für diese junge Truppe! Es war echt klasse, was ihr schon drauf habt!

Das Team NHC I ging ebenfalls in eine schwierige Gruppenphase, so galt der absolute Topfavorit Tuspo Weende als zuvor erklärter Turniersieger und sollte unser Gegner der Vorrunde sein. Nach deutlichen Siegen gegen den Lokalrivalen aus Moringen, der HSGPH 2 und Geismar 2 ging man in die Partie gegen den haushohen Favoriten. Motiviert bis in die Haarspitzen und einer harten, aber fairen Deckungsweise zog man den Weendern nach einem bereits 0:3 Rückstand immer mehr den Zahn und gewann am Ende verdient 9:7. Die Freude darüber allein war riesig. Im Finale dann galt es gegen den unangenehmen Gegner aus Rosdorf die Nerven zu behalten. Am Ende jubelten die Jungs und freuten sich über ein enges aber völlig verdientes Endergebnis von 6:5 gegen Rosdorf und feierte den Turniersieg der männlichen E-Jungend!

Rein sportlich war für beide Mannschaften dieser Tag eine ganz tolle Erfahrung. Nach Rückständen nicht aufgeben, Zusammenspiel (da man auf Rasen kaum tippen konnte) und auch die Erfolge waren für beide Teams sehr wertvoll! Zudem bewies sich die HSGPH als toller Gastgeber. Bei Bratwurst, Waffeln und ganz vielen kalten Getränken ließ man es sich gutgehen. Auch der anliegende Bach aus der Mariaspringquelle wurde mehrfach aufgesucht und sorgte für die nötige Abkühlung. Es hat allen Spielern, Eltern und Trainern sehr viel Spaß gemacht und macht Vorfreude auf die kommende Saison!

Es spielten:
Justus von Roden, Moritz Funke, Lenni Micheletti, Ole Micheletti, Jonah Hampe, Eike Splitgreber, Nikita Fritzler, Hendrik Cierpka, Adrian Ernst, Marlon Brauckmüller, Nico Klingenhagen, Rigas Cerni, Noah Lohmann, Jakob Sprenger, Jannes Heise, Jonathan Moll, Julien Weir, Emilio Blawe, Carl Wallbrecht, Elias Hennemann, Erik Hennemann, Runar John, Linus Hoffmann.

Fotos: NHC

Als Team gewachsen, aus der Oberliga-Relegation ausgeschieden – ein Drama in 5 Akten (mB)

Als Team gewachsen, aus der Oberliga-Relegation ausgeschieden – ein Drama in 5 Akten (mB)

Akt 1: Die Exposition
Während viele Mannschaften nach der Saison in die wohl verdiente Pause gingen, hieß es für die es für die neue männliche B-Jugend nach den Osterferien: Vorbereitung auf die Oberliga-Relegation. „Projekt Oberliga“ war geboren. Die Herausforderung: Während der Jahrgang 2007 („alte“ B-Jugend) die Saison bereits vor den Osterferien beendete, ging die Saison für den Jahrgang 2008 („alte“ C-Jugend) noch bis Anfang Mai. Auf der einen Seite ging es für das „schwarze Rudel“ um die Meisterschaft in der Landesliga Süd, auf der anderen Seite um die Eingliederung in die neue B-Jugend und Vorbereitung auf die Oberliga-Relegation. Nicht einfach, aber dank der guten Zusammenarbeit von C- und B-Jugend konnte beides gemeistert werden. Auch wenn das „schwarze Rudel“ am Ende knapp die Meisterschaft gegen Garbsen verpasste, waren die Jungs von Trainerteam Wode/Triller in hervorragender Verfassung und sofort Feuer und Flamme für das „Projekt Oberliga“.
Mit Jannik Benic, Haakon Guittonnet, Till Gunkel und Kjell Wode liefen neben Paul Meyer (der sich die Position des Stammtorhüters der „alten“ B-Jugend erarbeitetet hatte und bereits fester Bestandteil des Kaders war) vier Spieler der C-Jugend regelmäßig im Trikot der B-Jugend auf. Dazu kamen mit Mikkel Friedrichs, Jan Hennecke, Noah Pöch und Torwart Fabi Triller (der auch schon einen B-Jugendeinsatz vorzuweisen hatte) vier weitere hungrige 2008er.
Und Jahrgang 2007? Hier warteten mit Felix Alsleben, Nils Juhle, Tobias Kreft, Ole Melzer, Bennett Rackwitz, Ilja Renner, Linus Schnabel, Linus Wode und Julian Wulf bereits Spieler mit der Erfahrung einer Oberliga-Saison sowie mit Leon Lind ein Torwart, der nach längerer Handballpause wieder angreifen will. Nils (MTV Rosdorf), Ole (HSG OHA) und Julian (Tuspo Weende) entschieden sich wie Mikkel (HSG Rhumetal) nach einer Saison mit Zweifachspielrecht sich komplett dem NHC anzuschließen. Los jetzt! „Projekt Oberliga“!
Ach so, das Trainerteam… Ronny Alsleben: Co-Trainer, der Organisator! Michael Meyer: Betreuer, der Macher! Arne Schlausch: Trainer/Projektleiter. Jana Wegner: Athletiktrainerin, die gute Seele mit der Langhantel! Sowie mit Unterstützung von Björn Wenderoth: Torwarttrainer, der Schleifer (ich habe selten Torhüter so leiden sehen!). Geiles Team und geil, wenn alle so sehr für die Sache brennen. „Projekt Oberliga“ ist also „gestaffed“. Projektziel: Klar, Oberliga! Projektmeilensteine: EIN Team werden, die ballseitige und antizipative 3:2:1-Abwehr, einen klar strukturierten Tempo- und Positionsangriff verinnerlichen. Projektzeitraum: Ca. 5 Wochen bis Relegation, 5 Wochen Relegation inkl. 4 Einzelspiel und ggf. Runde 2 in Turnierform. Projektbudget: Extrem viel Motivation und Energie.
Und schnell wurde klar: Die Jungs haben auch Bock! Eine überragende Trainingsbeteiligung und -bereitschaft sprachen eine eindeutige Sprache. Immer das Ziel vor Augen – und der Spruch in den Ohren „Ober – Liga“. Außerdem: Hier wuchs hier ein Team zusammen, in dem jeder jeden unterstützt. Gute Aktion: Abgeklatscht, angefeuert, „weiter so“, „gut so“. Schlechte Aktion? Gibt es nicht! Ok, Aktion mit Verbesserungspotential: Abgeklatscht, aufgebaut, „nächster sitzt“, „macht nichts“, abgehakt. Was darf in einer Vorbereitung nicht fehlen? Richtig, ein Trainingslager. Also hieß am 14./15. Mai: Leiden! 5 Einheiten: Angriff, Abwehr, Tempo, Athletik, Attacke. Und die Erkenntnis: Wir sind gut vorbereitet. Aggressive Abwehr, gutes Tempo, Zug zum Tor mit Blick für den Nebenmann. Relegation? Kann kommen!

Akt 2: Die Ernüchterung
Stöckheim? Kann kommen! Ach mist, wir müssen hin. Auswärtsspiel. Keine Schuhwallhalle, kein Harz, keine Ausreden! Das haben wir trainiert und besprochen. Dann die Ernüchterung. 10:2 hinten, kein Zugriff hinten, keine Gefahr vorne. Wir sind wie paralysiert, wir wollen, aber können nicht. Am Ende heißt es 38:23 und wir spielen richtig schlechten Handball. Das Problem bzw. die Herausforderung: In 2 Tagen kommt Anderten und die sind mindestens genauso so stark. „Projekt Oberliga“? Könnte in nur 2 Tagen vielleicht schon ausgeträumt sein.

Akt 3: Der Höhepunkt
Am Tag darauf heißt es nochmal: Lockeres Training und ENDLICH mit Harz bzw. „Patte“. Mit Patte haben wir zumindest immer eine Ausrede: Technischer Fehler oder Fehlwurf? Einfach ungläubig auf die Hände gucken. Eindeutig zu viel oder zu wenig Harz am Ball! Also nochmal passen, werfen mit einfacher Entscheidung. Spaß haben und danach Besprechung. Ich habe mir vorher Gedanken gemacht: Wie baust du die Jungs auf? Was sagst du? Erkenntnis aus der Trainingseinheit: Die Jungs hatten sich schon selbst aufgebaut, als Team. Viele Worte sind also nicht notwendig – auch wenn ich daran nicht gut bin. Anderten? Kann kommen! Und jetzt wirklich Zuhause. Schuhwallhalle, mit Harz, keine Ausreden (und schon gar nicht ob zu viel oder zu wenig Harz!)! Wir halten gut mit, 6:6, Zugriff hinten, vorne viel 1:1, aber mit Erfolg. Zur Pause 9:12, da ist noch alles drin. Wir brauchen nur mehr Torgefahr. Und die liefern wir in Halbzeit 2, insbesondere Julian spielt wie entfesselt, immer mit der richtigen Entscheidung: selbst, parallel, Kreis, RA-Pass, egal. 21:21 in Minute 41, wir sind dran! Minute 47, Tor für uns, wir gehen das erste Mal in Führung, 26:25. Aber Anderten hat erstaunlicherweise auch Bock zu gewinnen, geht wieder in Führung, 26:27, 48. Minute. Ilja gleicht aus, 27:27, 49. Minute. Und wir haben den Ball! Auszeit. Idee ist einfach: Julian breit, zur Hand, Nils kommt nicht zur Sperre vor, dann Entscheidung. Klappt aber nicht, Stoppfoul. Ilja gegen die Hand, klappt nicht, Stoppfoul. Ball schnell raus. Julian zur Hand, Abbruch (verrückt!, prellt, rechts, links, rechts (jetzt kein vierter Schritt!), Tor! 28:27, zurück! Noch 6 Sekunden. Ball bei uns. Sieg! Eskalation. Ronny schreibt später in unsere Trainer-Gruppe, dass wir insgesamt 44 Sekunden führen, davon die letzten 6 Sekunden – reicht.
Ein sensationelles Spiel, das zumindest mir als Trainer wenig Schlaf besorgt hat. Zu viel Adrenalin. Der Dank geht ans Publikum, an die A-Jugend, die uns zum Sieg gepeitscht hat. #Schuhwallhölle!!! „Projekt Oberliga“? Lebt.

Akt 4: Die Pflicht
Bis zum Spiel gegen Schaumburg sind es nun 1,5 Wochen. An Pfingsten müssen/dürfen die HVNB-Jungs zum Lehrgang. Fokus unserer Trainingseinheiten liegt auf Abwehr inkl. Videoanalyse vom Spiel gegen Anderten. Mehr Sicherung, mehr Antizipation. Immer Überzahl auf Ballseite, Unterzahl ballfern.
Im Spiel tun wir uns anfangs schwer. 4:4 nach 8 Minuten. Der Angriff läuft noch nicht. Zu viel Stückwerk. Wo ist auf Lücke und weiter? Aber wir werden besser, die Außen werden eingebunden. 3x Tillo, 2x Jannik, 1x Haakon, 1x Julian und wir liegen auf einmal 11:4 vorne. Zur Pause dann 14:8, aber Julian ist angeschlagen und wird in Halbzeit 2 nicht mehr eingesetzt werden. Wir schaffen es nicht den „Sack zuzumachen“, Schaumburg kommt sogar nochmal auf 3 Tore heran. Am Ende holen wir aber die Punkte (27:23) und Mikkel erkämpft sich sein erstes Tor für B-Jugend! Fazit: Unsere Idee ist in der Abwehr erkennbar. Vorne mit sehr viel Potential, sowohl im Tempo (das hatten wir fast gar nicht) als auch im Positionsangriff. Aber: „Projekt Oberliga“? Auf Kurs, zumindest auf Runde 2.

Akt 5: Die Enttäuschung
Jetzt also „nur noch“ HSC. Die haben gegen Stöckheim und Anderten hoch verloren. Wir brauchen „nur noch“ ein Unentschieden oder einen Sieg für Runde 2. Aber man merkt die Belastung der letzten Wochen. Julian, Ilja, Felix, alle leicht angeschlagen. Haakon und Kjell fehlen wegen eines Schüleraustausches – C’est la vie.
Die Jungs haben anscheinend das Spiel schon vorher gewonnen, wollen nach Abpfiff „Spitzenreiter“ rufen, weil wir das für 30 Minuten wären (bis Stöckheim gegen wahrscheinlich Schaumburg gewinnen wird). Ich spare mir meinen Kommentar dazu bis zur Kabinenansprache und die ist vermeintlich deutlich. Eines ist klar: Das wird ein Spiel auf Augenhöhe. Der Hannoversche SC hat einen breiten Kader und gegen uns sind alle da. Ohne Harz. Auswärts. Und schon liegen wir hinten. Alles Mahnen und Warnen hat nichts genützt. 11:7 nach 13 Minuten. Auszeit: Schnellerer Rückzug (wir kassieren 2-3 einfache Tore über die schnelle Mitte / 2. Welle), VM defensiver (wir geben zu viel Raum in der heißen Zone). Vorne mit Geduld im Positionsangriff und den Mut zum Tempospiel. Gesagt, getan. 13:13 und wir sind dran und voll im Spiel. Zur Halbzeit gehen wir sogar 2 Sekunden vor Schluss mit 17:18 in Führung. Aber das Spiel ist längst nicht durch, bleibt eng. Dann verabschiedet sich Felix für 4 Minuten, harte Entscheidung, aber unsere Emotionen müssen wir kontrollieren! 25:22 liegen wir hinten, durch Tore von Linus (Schnabel) und Julian kommen wir wieder ran. Wieder so ein Krimi wie gegen Anderten. 29:30, 47:13 gespielt. Das müssen wir doch jetzt irgendwie hinbekommen. Bekommen wir nicht, vorne sind wir platt und treffen falsche Entscheidungen. Hinten sind wir platt und es fehlen die letzten Zentimeter. Am Ende heißt es 32:30. Und „Projekt Oberliga“? Liegt nicht mehr in unserer Hand. Wir müssen auf Stöckheim (gegen Anderten) oder Schaumburg (gegen Anderten) hoffen. Und die Hoffnung wird nicht erfüllt. Anderten gewinnt beide Spiele und geht verdient als Gruppenerster direkt in die Oberliga. Stöckheim und HSC dürfen/müssen in Runde 2 ran und streiten mit Schwanewede und Nordhorn um den letzten Platz der Oberliga. „Projekt Oberliga“? Für uns vorzeitig geendet bzw. gecanceled worden, um in der Sprache zu bleiben.
Was bleibt, ist anfangs viel Enttäuschung. Wir haben extrem viel investiert, am Ende geht uns die Puste und wir leer aus. Bei allen Ausreden (wie z.B.: „Wir müssen auswärts nach Stöckheim und HSC, die beide OHNE Harz spielen; Anderten und Schaumburg spielen wir Zuhause, die MIT Harz spielen“), am Ende MÜSSEN wir einfach gegen HSC gewinnen und das haben wir nicht.
Was aber langsam kommt, ist die Erkenntnis: Es hat sich innerhalb von 10 Wochen ein sensationelles Team geformt, in dem jeder wichtig ist! Die Außen mit Linus W., Linus S., Jan, Jannik und Tillo, die zum Teil super in Szene (wird noch mehr!) gesetzt wurden und das fast immer zu nutzen wussten. Der Rückraum mit Tobi, Julian, Mikkel, Kjell, Ilja, Felix und Haakon, die alle das Tor machen wollen und können, aber immer bereit sind (und sein werden) den Ball zum besser positionierten Spieler zu spielen. Die Kreisläufer mit Nils, Bennett und Noah, die vorne noch zu wenig gefunden werden (auch das wird!), aber hinten bereits Schlüsselspieler sind oder werden. Die Torhüter mit Paul, Fabi, Ole (und Leon, der hoffentlich bald wieder fit sein wird), die einfach ein richtig geiles Team sind, sich für den anderen freuen und ein starker Rückhalt waren und sein werden.
Die Jungs haben bei den Heimspielen begeistert – mit Teamgeist und Teamhandball. Und konnten viel Eigenwerbung für die nächste Saison betreiben. Für die Verbandsliga und die wird stark sein! Mit Gegnern wie der Reserve von Burgdorf und Braunschweig, mit Hildesheim, Schaumburg, Garbsen (da war was!), dem HSC oder Stöckheim oder beide. „Projekt Oberliga“ ist nicht „gefailed“, Ziele müssen halt immer wieder neu adaptiert werden und „Projekt Verbandsliga“ ist schon längst in der Planungsphase.
To be continued.

Northeimer HC
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