Wieder Topspiel in der Oberliga der männlichen A-Jugend: Dieses Mal musste der NHC auswärts in der „Bördehölle“ ran, beim aktuellen Tabellenführer. Es sollte ein wichtiges und wegweisenden Spiel für die zuletzt gut aufgelegte Mannschaft werden, da rückliegend zu Hause gegen Hameln sowie auswärts in Hannover Punkte geholt wurden. Zudem war uns der zweimalige Oberligameister Börde gut bekannt, konnten wir ihnen in der Relegation zwei Punkte entlocken und auch zu Hause konnte ein leistungsgerechtes Unentschieden (30:30) im Hinspiel erreicht werden.
Das Spiel begann in gut besuchter Halle in Schellerten sehr ausgeglichen, obgleich beide Mannschaften zu Beginn noch mit der Anfangsnervosität kämpften. Daher startete das Spiel beidseitig etwas wüst und mit einigen Fehlern, nahm dann aber immer weiter Fahrt auf und entwickelte sich zu einem schön anzusehenden Handballspiel (3:1, 4:4, 5:7). Beim NHC glänzte vor allem die Abwehr, die körperliche Härte war angemessen und es wurde gut verschoben sowie sich effizient geholfen. Hier konnte nur gelobt werden. War es Börde einmal möglich, die individuelle Klasse auszuspielen, war es Paul Meyer der den Kasten immer wieder mit spektakulären Paraden vernagelte und wesentlich dazu beitrug, dass auswärts keine dreißig Tore gefangen wurden. Während hinten das Bollwerk ackerte und wirklich sehr gute Ergebnisse in der Verteidigung erzielte, durch löbliche Kreisverteidigung oder guter Hilfestellung für den Nebenmann, tat sich der NHC vor allem im Angriff schwer. Dies ist auch gleichzeitig der Knackpunkt des Spieltages, weshalb wir am Ende leider keine Punkte mit nach Hause nehmen konnten. Viel zu überhastet wurden eigene Bälle weggeworfen und so tappten wir immer wieder in die Honigfalle des offensiv deckenden Gegners. Anstatt Spielzüge zu spielen und viel Bewegung ohne Ball zu generieren, warfen wir planlos den Ball nach zum kurzem eigenen Besitz aus viel zu weiter Distanz auf das Tor. Zu leicht machten wir es dem Gegner dies zu entschärfen. Dennoch verlief die erste Halbzeit weiterhin aufgrund der guten Abwehr sowie des NHC-Keepers ausgeglichen und die Mannschaften gingen mit 13:13 in die Kabine.
Zurück auf der Platte war es erfreulich zu sehen, dass Haakon nach langer Handballabstinenz der Mannschaft nun wieder zur Verfügung stehen kann. Er ging in dieser Phase führend voran und zog immer wieder in die Tiefe, überwand die Entfernung zum Tor, tankte die Abwehr an den Sechser und wuchtete das Ding mit seiner linken Klebe in die Maschen. Es waren daher immer wieder gute Einzelleistungen, während das eigentliche Handballspiel des Rückraums weiter auf der Strecke blieb. Notwendige Auslösehandlungen und die Entscheidungsfindung ließen leider zu wünschen übrig, sodass wir zu viele Angriffe für Tore benötigten. Bei Börde hingegen war es nun auch die individuelle Klasse, die eine erste Wendung des Spiels brachte. Es folgte die Nick Papke Gala, er drehte das 15:15 in ein 18:15, während der NHC aufgrund der angesprochenen Gründe zudem knapp sechs Minuten ohne eigenes Tor blieb. Dennoch hielt die Mannschaft weiter gut dagegen und verkürzte meist wieder auf zwei Tore. Final fehlte es jedoch an der Abgezocktheit sowie der Entscheidungsfindung, um das Spiel nach einmal offen und neu zu gestalten. Zehn Minuten vor Schluss führte Börde mit vier Toren (24:20), der NHC steckte aber erneut nicht auf und kam erneut über individuelle Aktionen, nun über einen zielgerichteten Florin der in der wichtigen Phase für schnelle NHC-Tore sorgte, auf 25:23 heran. Zu allem Überfluss wurde die Partie leider von einem einzigen Unparteiischen gepfiffen. Dieser machte sein Möglichstes, wenn bei diesem Spielstand jedoch (k)ein Tor fällt, welches von einem zweiten Mann auf der Torlinie hinten gegeben worden wäre, hätte möglicherweise noch einmal eine Dynamik stattgefunden. Insgesamt wäre es für alle Akteure etwas entlastend, wenn eine solche Partie im Gespann gepfiffen würde, dennoch ist die Einzelleistung des Schiedsrichters keineswegs zu kritisieren, im Gegenteil. Diese ändert nichts daran, dass Börde an diesem Spieltag final und verdient mit 28:26 vom Platz geht. Das ist neidlos anzuerkennen, vor allem aber auch vor dem Fakt, dass wir es selbst in der Hand hatten den Gegner in eigener Halle noch mehr zu ärgern. Es ist zwar für das Punktekonto schade, diese in der Sportwissenschaft als „Erfahrungslernen“ festgehaltenen Situationen werden uns aber zukünftig im Training beschäftigen, sodass wir zeitnah unsere Angriffe wieder strukturierter beginnen und sie damit zu mehr Toren ummünzen können. Insgesamt kann man mit der Leistung und wie sich die Mannschaft verkauft hat dennoch sehr zufrieden sein, an diesem Spieltag war Börde aber einen Tick klüger. Wir ackern weiter, sodass wir am kommenden Spieltag beim Heim- und Nachholspiel gegen die JSG Söhre-Himmelsthür wieder punkten können, denn wir wollen den zweiten Platz zurückerobern und sichern (Heimspiel: 22.02.26, 14:30Uhr, Schuhwallhalle).
Für den NHC spielten: Paul Meyer (Tor), Anton Brazhnyk (Tor), Fabian Triller (Tor), Kjell-Lasse Wode (6), Haakon Guittonnet (5), Florin Henkel (5), Narin Ledermann (5), Linus Wode (3), Mikkel Friedrichs (1), Jannik Benic (1), Till Gunkel, Luca Müller, Paul Bode, Till Richter, Jan Hennecke, Gavin Heinze.
