Ein Derby, die Bad Boys und ein Schlafwagen nach Wolfsburg

Am 24.1. empfingen wir die HSG Göttingen zum ersten Spiel der Rückrunde. Im Hinspiel kamen wir über ein 20:20-Unentschieden nicht hinaus und hatten uns daher einiges für das Rückspiel vorgenommen. Dementsprechend starteten wir auch in das Spiel. Aus einem konsequenten und mit sehr viel Leidenschaft arbeitenden Deckungsverband heraus konnten wir vor allem über die erste Welle viel Druck aufbauen. Landeten wir dann doch hin und wieder im Positionsangriff kamen wir vor allem über das Kreisspiel oder die Außen zum Torerfolg. Mit einem 15:10-Vorsprung gingen wir in die Halbzeit und wollten in der zweiten Halbzeit eigentlich da weitermachen, wo wir im ersten Abschnitt aufgehört hatten. Trotz aller guten Vorsätze gönnten wir uns erstmal eine kleine Schaffenspause, die dem Gegner die Möglichkeit gab auf 15:13 zu verkürzen. Nach einem Time-Out mit ein paar kurzen, lauten und auch leicht verärgerten Worten unseres Trainers schafften wir es den Schalter wieder umzulegen. Wiederum waren es Treffer von unseren beiden Außenspielerinnen Mareike und Sina, die etwas Luft zwischen uns und die HSG brachten. Von diesem Zeitpunkt an ließen wir dann wirklich nichts mehr anbrennen und erspielten uns den verdienten 26:19-Sieg. Hervorzuheben ist, dass wir einen Gegner, der im Schnitt 29 Tore pro Spiel wirft, unter 20 Toren gehalten haben. Einen großen Anteil daran hatte sowohl in der Abwehr als auch im Angriff unserer Mitschi, die ein super Spiel ablieferte.
Nach diesem Derbyerfolg hatten wir ein Wochenende Pause und konnten das Handball spielen anderen überlassen, was die Bad Boys mit dem Gewinn des Europameistertitels dann auch sehr erfolgreich taten. Sie lieferten uns besten Anschauungsunterricht in Sachen Teamgeist, Abwehrarbeit und taktischen Varianten.
Diese Dinge wollten wir dann auch im Auswärtsspiel beim VFL Wolfsburg auf die Platte bringen, nur hatten wir anscheinend ein, zwei davon in unserem Schlafwagen (Bus) vergessen. So kamen wir in der ersten Halbzeit fast gar nicht ins Spiel und ließen mit unserem Abwehr-und Rückzugsverhalten zu wünschen übrig. Jede von uns zeigte nicht annähernd das, was sie im Stande wäre zu leisten und so war es fast symbolisch, dass der letzte Wurf der Wolfsburgerinnen vor der Halbzeit noch im Tor landete. In der Halbzeitansprache forderte Carsten uns auf mehr Einsatzbereitschaft an den Tag zu legen und sowohl in der Abwehr als auch im Angriff eine Schippe draufzulegen.
Nach einem holprigen Start in die zweite Halbzeit gelang es uns dann einige Tore mehr als der Gegner zu werfen und in der Abwehr etwas besser zu stehen. Dann folgten im kurzen Abstand zwei ruppigere Szenen auf Seiten der Wolfsburgerinnen, die mit der roten Karte für die jeweilige Spielerin geahndet wurde. Allerdings schien uns diese Tatsache mehr zu verwirren als Auftrieb geben, da wir den Gegner nochmal auf 20:22 verkürzen ließen. Doch mit vier Toren in Folge machten wir dann doch endgültig den Sack zu und konnten uns über die nächsten zwei Punkte auf unserem Konto freuen.
Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass wir dann doch erstmal an unserem ursprünglichen Saisonziel festhalten 😉 und gegen jeden Gegner alles geben müssen, um als Sieger vom Platz zu gehen.